Hier finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge zur DASL Jahrestagung 2026 mit dem Thema „Menschen und Räume in Bewegung: Eine andere Kultur der Mobilität als Basis für sozialen Zusammenhalt“. Räumliche und soziale Mobilität galten lange als Voraussetzung für Fortschritt, Wohlstand und gesellschaftliche Teilhabe. Individuelle Mobilität – vom Arzt bis zur Fernreise – war und ist ein sichtbares Statussymbol. Gleichzeitig ist Mobilität auch eine soziale Frage: Nicht alle können oder wollen sich diese Formen leisten.
Wie Menschen wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit gestalten, prägt ihren Mobilitätsbedarf stärker als reine Verkehrsinfrastruktur. Kurze Wege sowie gute Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehr ermöglichen nachhaltige und weitgehend autounabhängige Mobilität. Das stärkt gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von Einkommen, Alter oder Einschränkungen.
Mobilität ist daher mehr als Fortbewegung. Die autozentrierte Diskussion um Mobilität stößt ökologisch, wirtschaftlich und räumlich an ihre Grenzen. Nötig ist ein grundlegendes Umdenken hin zu einer integrierten Planung von Siedlung, Mobilität und öffentlichem Raum.
Im Rahmen der DASL Jahrestagung 2026 wollen wir erkunden, wie ein zukünftiges Zusammenleben in einer sich weiter entwickelnden, mobilen Gesellschaft aussehen kann und mögliche Lösungen als Zukunftsbilder diskutieren.
Medialisierung und Digitalisierung führen zu einer Abnahme der Bindungen an Raum und Zeit, sie schaffen zugleich Anreize für Aktivitäten und Reisen. Sie sind somit tendenziell „Treiber“ der Mobilität, auch wenn mobile Endgeräte für viele das Arbeiten im sogenannten „Home Office“ ermöglichen und ebenso wie die Angebote des Online-Handels und zunehmende digitale Angebote der öffentlichen Verwaltung grundsätzlich zur Reduzierung des physischen Verkehrs beitragen können. Digitalisierung bietet nämlich zugleich die Gelegenheit für das Arbeiten an unterschiedlichen Orten abseits von Arbeitsplatz und Wohnung. Zugleich schafft Medialisierung permanent neue Anreize für immer weitere Reisen, das durch Echtzeit-Fahrgastinformation per Handy und Navigationsgerät sowie durch komfortable Online-Buchung unterstützt wird. Von der skizzierten Zunahme an Flexibilität und Freiräumen profitieren jedoch nicht alle Bevölkerungsgruppen. Aufgrund ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation sind etliche Menschen weiterhin in ihren Orten gebunden oder fremdbestimmten zeitlichen Zwängen ausgesetzt.
Kann eine moderne Gesellschaft auch mit weniger physischer Beweglichkeit auskommen und wie gelingt dabei gleichberechtigte Teilhabe ohne Benachteiligung?
Wie kann eine neue, zukunftsfeste Kultur der Mobilität Wohnen, Arbeiten, Lernen, Bildung, Freizeit und Gesundheit optimal unterstützen? (Alltagsorte und Wohnen. Stadt der kurzen Wege. Öffentlicher Raum. Fokus Narrative).
Was sind die Gelingensbedingungen für die Transformation unserer öffentlichen Räume als wesentlicher Baustein der Mobilitäts- und Verkehrswende? Wie müssen die notwendigen Prozesse aussehen, damit diese den unterschiedlichen Ansprüchen nicht nur an deren Gestaltung als essenzielle Teile lebenswerter Städte und Gemeinden, sondern auch hinsichtlich Teilhabe, sozialer Gerechtigkeit, Akzeptanz und Umsetzbarkeit gerecht werden? Anhand von Fallbeispielen aus Potsdam und Berlin wollen wir dazu übertragbare Thesen entwickeln und in Nürnberg zur Diskussion stellen.
Wie kann die Identifikation mit dem Lokalen als Ort des Alltagslebens so gestärkt werden, dass wir weniger physische Beweglichkeit brauchen (die Qualität des Dableibens - Bleibefreiheit)?
Wie gelingt es uns die Menschen in Stadt und Land von den Konsumenten zu den Produzenten ihrer Wirklichkeit zu machen?
Herausforderungen fair organisierter Mobilitätsteilhabe. Mobilität als Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt oder Spaltpilz? Fokus ländliche Räume