DASL Jahrestagung 2026 Menschen und Räume in Bewegung - Eine andere Kultur der Mobilität als Basis für sozialen Zusammenhalt

25.09.2026 bis 27.09.2026 • Altes Rathaus - Historischer Rathaussaal • Rathausplatz 2, 90403 Nürnberg

Die DASL Jahrestagungsreihe 2025-2027 widmet sich dem Thema "Paradigmenwechsel für transformative Planung". In Zeiten der menschengemachten Klimakrise, zunehmender sozialer Spaltung und geopolitischer Konflikte muss sich unsere Planungsweise ändern.



Räumliche und soziale Mobilität galten viele Jahrzehnte als Voraussetzung für Fortschritt, Wohlstand und gesellschaftliche Teilhabe. Individuelle Mobilität als Statussymbol – das Motorrad, das neue Auto, der Zweitwagen, heute der Campingbus, die Fernreise, das Flugzeug, die Kreuzfahrt - war und ist immer noch sichtbarer und messbarer Indikator für sozialen Auf- und Abstieg. 

Räumliche Beweglichkeit ist ein Kernelement von Infrastrukturpolitik. Sie ist aber immer auch eine soziale Aufgabe im Hinblick auf Chancengleichheit für diejenigen, die sich die sichtbaren Attribute individueller Mobilität nicht leisten können oder nicht leisten wollen. 

Die räumliche Verteilung von Wohnen, Arbeiten, Bildung, Einkaufen und Freizeit beeinflusst den Mobilitätsbedarf und das individuelle Mobilitätsverhalten. Nicht nur die angebotene Verkehrsinfrastruktur, sondern vor allem die Siedlungsstruktur prägt Mobilitätskultur. Kurze Wege zu alltäglichen Zielen und die sichere und bequeme Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn ermöglichen eine weitgehend autounabhängige, nachhaltige Mobilität. Das verbessert die Chancen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unabhängig von sozialer Lage, Alter oder gesundheitlichen Einschränkungen. Es braucht also ein grundlegendes Umdenken und eine integrierte Transformation von Siedlungsstruktur, Mobilität und öffentlichem Raum.

Mobilität ist damit mehr als die bloße Fortbewegung von A nach B. Heute sehen wir, dass individuelle, autobasierte Mobilität aus ökologischer, ökonomischer und funktionaler Sicht an ihre Grenzen stößt. Im Ringen um die richtige Nutzung des knappen Raumes passt sie weder in die urbanen noch in die ländlichen Räume von morgen. Mobilität entscheidet über Teilhabe. Sie steht für Entwicklung, Fortschritt und Selbstbestimmung – und zugleich für Flächenverbrauch, Energieeinsatz und Emissionen. In dieser Gleichzeitigkeit liegt der Konflikt: Das Modell individueller, autobasierter Mobilität trägt nicht mehr. Es organisiert Bewegung auf Kosten von Raum, Klima und sozialer Ausgewogenheit.

Wir brauchen ein grundlegendes Umdenken hin zu einer transformativen Planungskultur der Mobilität - in der Stadt, im Land und in dem was dazwischen liegt. Denn Mobilität ist kein neutrales System. Sie ist das Ergebnis politischer und räumlicher Entscheidungen – und sie stabilisiert diese. Wo Funktionen getrennt und Distanzen groß sind, entsteht Mobilitätszwang. Wer Zugang hat, kommt voran. Wer ihn nicht hat, bleibt zurück. Erreichbarkeit ist damit eine Frage der Verteilung.

Die Entwicklung unserer urbanen und ländlichen Strukturen treibt diesen Zustand weiter an. Zersiedelung, funktionale Trennung, ein unzulänglicher öffentlicher Nahverkehr bei häufig großen Entfernungen erzeugen permanenten Bewegungsdruck und Bewegungsfrust. Aber Solange sich an den räumlichen Voraussetzungen nichts ändert, bleiben Alternativen begrenzt. Die Klimakrise macht diesen Widerspruch erst recht unhaltbar. Die aktuelle Organisation von Mobilität steht den Anforderungen an Ressourcenschonung und Emissionsreduktion direkt entgegen. Das ist keine Frage der Optimierung, sondern der Richtung. Gefordert ist also eine Neuordnung vom Raum her: 

Die aktuelle Organisation von Mobilität steht den Anforderungen an Ressourcenschonung und Emissionsreduktion direkt entgegen. Das ist keine Frage der Optimierung, sondern der Richtung. Gefordert ist also eine Neuordnung vom Raum her: Dichte, Mischung, Erreichbarkeit, Freude an funktionierender Mobilität! 

Die Qualität der Öffentlichen Infrastruktur und ihre Verfügbarkeit werden zur zentralen politischen Aufgabe. Ziel muss es sein, Bewegung zu erleichtern, unnötige Wege zu vermeiden und Mobilitätszwänge abzubauen. Die Jahrestagung der DASL 2026 in Nürnberg setzt hier an: Sie verhandelt Mobilität als Raum- und Verteilungsfrage – und richtet den Blick auf die Konsequenzen für Planung, Politik und sozialen Zusammenhalt.

 

 

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Tagungsformat

Im Rahmen der DASL-Jahrestagung 2026 in Nürnberg möchten wir das übliche, klassische Tagungsformat bewusst aktivieren und zuspitzen. Bereits am ersten Tag sollen performative und aktivistische Interventionen in das Vortragsprogramm eingreifen: Wir wollen Haltung demonstrieren, neue Zukünfte aufzeigen, klare Forderungen formulieren und die positiven Wirkungen guter Planung sichtbar als öffentliche Praxis positionieren. Dazu planen wir das Format der Demonstration. Diese soll das Tagungsprogramm punktuell unterbrechen, konfrontieren und aufladen. 

Die Demonstration ist dabei nach vorne gerichtet – wir demonstrieren für etwas, nicht gegen etwas!

Jede Landesgruppe wird mit selbst gestalteten Demonstrationsschildern sichtbar und bezieht klar Stellung zu einem mobilitätsbezogenen Thema. Die Schilder und Plakate werden in mobile Ständer eingesetzt und zu einer gemeinsamen räumlichen Installation zusammengeführt – einem Ensemble aus Positionen - das während der gesamten Tagung präsent bleibt. Am zweiten Tag bilden diese Demonstrationsinseln den räumlichen und inhaltlichen Rahmen für die Diskussionen der Landesgruppen. Wir diskutieren Im Rathaussaal und im Foyer.

Marktplatz der Jahrestagung 2026: „Menschen und Räume in Bewegung“

Tauchen Sie ein in spannende Blogbeiträge, die unter dem Motto stehen: "eine neue Kultur der Mobilität als Grundlage für sozialen Zusammenhalt."

Die Blockbeiträge zeigen, wie eine neue Mobilitätskultur konkret aussehen kann – räumlich, sozial und politisch. Im Fokus stehen Ideen, Projekte und Positionen, die Mobilität neu denken: als Frage von Erreichbarkeit, Teilhabe und gerechter Verteilung von Raum.

Die Botschaft: Weg vom autozentrierten System, hin zu integrierten, nachhaltigen Lösungen, die Bewegung erleichtern, Wege verkürzen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Beiträge sollen Haltung zeigen, Perspektiven öffnen und Impulse für eine transformative Planungspraxis setzen.

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Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fördert diese Tagung im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik.