Preisträger

Deutscher Städtebaupreis

Stadtteil Scharnhauser Park in Ostfildern
Autoren: Janson + Wolfrum, Architektur und Stadtplanung, Stuttgart, Prof. Alban Janson und Prof. Sophie Wolfrum mit Frank Roser, Heike Mezger, Claus Walker und Dietmar Meck

Der Stadtteil Scharnhauser Park mit 3500 Wohnungen, rund 2500 Arbeitsplätzen, allen notwendigen sozialen Einrichtungen und einigen gesamtstädtischen Funktionen ergänzt die Stadt Ostfildern. Der Städtebau reagiert auf die landschaftliche Situation des Ortes: Als kompakter Körper kontrastiert er zur Weite der Landschaft. Die „Landschaftstreppe“ verbindet die Quartiere, zelebriert die schöne Fernsicht und bildet Terrassen. Das städtebauliche Konzept konzentriert sich auf die Bildung von öffentlichen Räumen, die für das soziale Leben einer Stadt entscheidend sind: Landschaftstreppe, zentrale Promenade, Plattform in die freie Landschaft, gerahmt vom Bogen der Stadtbahnbrücke. Es entsteht ein Gerüst von herausgehobenen charakteristischen Orten. Die Qualität von Wohnungs- und Gesellschaftsbau, von Gewerbe und Freiraum wird über einen Gestaltungsbeirat und diskursive Planverfahren gesichert. Die Quartiere bekommen jeweils ihre eigene Charakteristik. Unterschiedliche Dichten und Bauformen unterstützen die Bildung von Nachbarschaften.[…mehr]

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Städtebaupreis Auszeichnung

Zwischen Überlieferung und Erneuerung - Nachhaltiges Miteinander im geschichtlichen Kontext der Altstadt Hansestadt Wismar
Autoren: Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken, Senator Michael Berkhahn, Dipl.-Ing. Norbert Huschner, Dipl.-Hist. Liane Kuhlow und Dipl.-Ing. Wolfgang Ferdinand

Das Leben in der historischen Innenstadt attraktiv zu machen, ist keine kurzfristige Aufgabe. Es braucht weitreichende, aber auch pragmatische Zielstellungen und umfassenden Konsens in der Stadtentwicklung.

Das Wettbewerbsgebiet liegt in der Historischen Altstadt der Hansestadt Wismar. Zwischen St.-Georgen-Kirchhof und Dankwartstraße werden an sechs benachbarten Objektgruppen aktuelle Umsetzungsschritte in ihrem städtebaulichen Zusammenhang exemplarisch dargestellt. In diesem Gebiet sind seit 2002 besonders sichtbar Ergebnisse zu verzeichnen, die den Hauptzielen des städtebaulichen Rahmenplanes „Altstadt Wismar“ entsprechen:

  • Erhaltung und Wiederherstellung der Altstadt als Stadtdenkmal
  • Pflege und Gestaltung der Vielfalt des öffentlichen und privaten Stadtraums
  • Qualifizierung der Wohnfunktion
  • Erhaltung der Altstadt als traditioneller Standort von Handel, Kulturs, sozialer Einrichtungen und Verwaltung.

Die gotische St.-Georgen-Kirche gehört in die glanzvolle Reihe der großen Backsteinkirchen Norddeutschlands und wird weiter erneuert und ergänzt. Die benachbarte Bebauung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde saniert. Nach umfangreicher Sanierung bezog das Amtsgericht Ende 2002 im Fürstenhof seine angestammten Räume wieder. Die Neugestaltung des Fürstenhofgartens wird vorbereitet. Im Quartier 54 wurden Wohnungen, Büroflächen und Dienstleistungen neu geschaffen.[…mehr]

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Städtebaupreis Auszeichnung

Städtebauliches Gesamtkonzept der Messestadt München-Riem, Gestaltung des Platzes der Menschenrechte sowie Evaluation der Messestadt
Autoren: Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Projektgruppe Messestadt Riem, MRG Maßnahmeträger München-Riem GmbH, Prof. Christoph Valentien und Prof. Donata Valentien sowie BPW Hamburg, Prof. Elke Pahl-Weber

STÄDTEBAULICHES KONZEPT
Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens wächst ein neuer Stadtteil, die Messestadt München- Riem (560 ha, Wohnraum für 16.000 Einwohner, Neue Messe München sowie Gewerbebetriebe mit 13.000 Arbeitsplätzen). Charakteristisch sind relativ hohe, aber verträgliche Baudichten und urbane Stadträume, Straßen und Plätze, vernetzte Grün- und Freiflächen. Die Grenzen zwischen Bebauung und Freiraum, werden klar definiert. Die Messestadt vermittelt ihren Bürgern das Gefühl von Heimat. Sie entwickelt sich nach ökologisch orientierten Zielsetzungen. Es werden frühzeitig alle Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen geschaffen.So entsteht ein Miteinander von Wohnen und Arbeiten, von Stadt und Natur, von Familien und Singles, Kindern und Älteren, von Sport, Spiel und Kultur. Das städtebauliche Leitbild lässt sich mit den Begriffen „kompakt, urban, grün“ zusammenfassen.

DER PLATZ DER MENSCHENRECHTE
Der Platz der Menschenrechte dient den Bürgern: intim, wohnlich, grün und von natürlichen Materialien geprägt. Die Strenge der Gebäudekanten wird durch eine lichte Gruppe von Birken aufgelockert. Eine lange Bank dient als Treffpunkt. Unter einem lichten Hain aus Kiefern entsteht ein sehr eigener Raum. Ein Stadtbalkon inszeniert den Blick bis in die Alpen.

EVALUATION
Während des Realisierungsprozesses wurden die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales sowie die übergeordneten städtebauliche Zusammenhänge bewertet. Da der Bau der Messestadt noch bis zum Jahr 2013 andauern wird, können die Evaluationsergebnisse als Entscheidungshilfen dienen.[…mehr]

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Städtebaupreis Auszeichnung

Neue Mitte Ulm – Stadtumbau im Bürgerdiskurs
Autoren: Stadt Ulm, Fachbereich für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, Baubürgermeister Alexander Wetzig, Arbeitsgemeinschaft Guther, Lutz, Dr. Schenk, Ulm, Braunfels Architekten, Stephan Braunfels, Berlin; WWA Wöhr Architekten, Wolfram Wöhr, München, Mühlich, Fink & Partner, Peter Fink, Ulm Scherr & Klimke AG, Pius Scherr, Ulm Hochstrasser Architekten, Adrian Hochstrasser, Neu-Ulm

Der Rückbau von Verkehrsflächen aus den 1960er Jahren, die Bebauung daraus entstehender Grundstücke und die Gestaltung der Freiflächen eröffnen die Chance für neue urbane Stadträume mit lebendiger Nutzungsvielfalt und hoher Aufenthaltsqualität. Drei Gebäude in anspruchsvoller Baugestaltung und mit attraktiver Nutzung und ein neuer Platz vor dem Rathaus verbinden die Innenstadt mit der Donau. Die Bürgerbeteiligung führte zu wesentlichen Änderungen. Zwei neu entstandene Baufelder wurden an private Investoren unter der Bedingung verkauft, die Qualität der Architektur per Gutachterverfahren zu entscheiden. Die Kunsthalle Weishaupt ist„… ein Gebäude, das dem Kunstobjekt eine Chance gibt“, beschreibt Siegfried Weishaupt den Entwurf. Ihr Haupteingang orientiert sich zum Hans-und-Sophie-Scholl-Platz, dem neuen Platz vor dem Rathaus. Im Sinne der Verbindung der zerteilten Innenstadt ist die Gestaltung des Platzes und der Verkehrstrassen in den Dienst einer großen Einheitlichkeit gestellt. Die Tiefgarage „Parkhaus am Rathaus“ mit rund 600 Stellplätzen schafft neue Chancen zur Gestaltung und Nutzung der Stadtplätze. Steinquader aus dem 13. Jahrhundert legen Zeugnis von der Geschichte der Stadt.[…mehr]

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Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises

Bilder einer Zwischenstadt - Ikonografie und Szenografie eines Urbanisierungsprozesses
Autoren: Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Christ und Dipl.-Ing. Lars Bölling, Bauhaus Universität Weimar

So lautet der Titel des 6. Bandes der von Thomas Sieverts herausgegebenen Buchreihe ‚Zwischenstadt´. In ihm spiegelt sich die ergebnisorientierte Kooperation der am ´Ladenburger Kolleg´ Beteiligten wider.
Die Autoren Prof. Wolfgang Christ und Dipl.-Ing. Lars Bölling fassen ihre Ergebnisse wie folgt zusammen:
Wir betrachten einen Teilraum der Rhein-Main-Region, der für das Ladenburger Kolleg prototypisch ´Zwischenstadt´abbildet: Zwischen Bad Homburg und Neu Isenburg, zwischen Frankfurt und dem Taunushang können wir Schicht für Schicht den Prozess der Urbanisierung des Zwischenraumes historisch gewachsener Siedlungen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts nachvollziehen und grafisch anschaulich machen. Erstmals wird damit der Begriff Zwischenstadt an Orten in einem Raum konkret gefasst und städtebaulich-urbanistisch rekonstruiert. Unsere Methode ist ikonografisch, da Bilder als das adäquate Medium zum Begreifen der Zwischenstadt genutzt werden. Wir erkennen in der großen und stadtbaugeschichtlich sehr jungen Zwischenstadt das Programm der Alten Stadt ebenso wieder, wie die traditionelle Stadt mehr und mehr von den Wirkkräften der Zwischenstadt beeinflusst wird. Die Ikonografie und Szenografie eines Urbanisierungsprozesses – also das Arbeiten und Gestalten mit visueller Information – führt hin zur Stadtregion.
`Zwischenstadt´ ist zu Recht von Thomas Sieverts 1997 als die aktuell größte städtebauliche Herausforderung jenseits der kompakten Stadt erkannt und die Auseinandersetzung mit ihr angemahnt worden. Doch Zwischenstadt ist kein Sonderling, kein Unfall der Stadtbaukultur. Sie ist der Fußabdruck der Mobilitäts- und Kommunikationsinfrastruktur im Zeitalter der Massenmotorisierung und der Neuen Medien. Unsere quantitativen und qualitativen Erkenntnisse in der Beobachtung des Urbanisierungsprozesses eines repräsentativen Referenzraumes legen zwingend den Schluss nahe, dass mit der Zwischenstadt der Grundstein für den Bau der Stadtregion gelegt ist. Die Außenentwicklung der Städte und Gemeinden mutiert zur Innenentwicklung der Stadtregion. Die „Potentiale der Zwischenstadt“ werden in ihrer Begabung oder ihren Talenten zum Bau der Region als Stadt erkannt. Damit wird die Zwischenstadt in den Kontext der traditionellen Stadt gestellt.[…mehr]

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Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises

Planwerk Innenstadt Berlin
Autoren: Senatsbaudirektor Dr. Hans Stimmann Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Mit dem Planwerk Innenstadt hat Berlin eine Strategie zur Reurbanisierung und Revitalisierung
der historischen Innenstadt und der City-West entwickelt. Ziele sind:

  • Wiedergewinnung des historischen Zentrums
  • Aktivierung innerstädtischer Entwicklungspotenziale
  • Stärkung der Innenstadt als Wohnort sowie
  • Neuformulierung der Stadtgestalt unter Berücksichtigung aller gebauten

Schichten und heutiger Nutzungsanforderungen.
Das Planwerk nimmt Bezug auf das Leitbild der Europäischen Stadt und der „Kritischen Rekonstruktion“. Die Strategie wird entwickelt in einem “Trialog” zwischen dem historischen Stadtgrundriss, dem heutigen Bestand und einer zukunftsgerichteten städtebaulichen Entwicklung.

Das Planwerk bildet einen städtebaulichen Rahmenplan im Maßstab 1: 2.000 für ein Stadtgebiet von 36km2 und ist auf einen Horizont von 15-20 Jahren ausgelegt. Das Planwerk soll so umgesetzt werden, dass es sich wirtschaftlich weitgehend selbst trägt. Zwischen1996 bis 2006 wurden ca. 600.000 m2 Grundstücksfläche mit ca. 1,8 Mio.m2 BGF bebaut; etwa ein Drittel des Potenzials.[…mehr]

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Sonderpreis Auszeichnung

Leipzig - Bürger bauen ihre Stadt
Autoren: Stadt Leipzig, Dezernat Stadtentwicklung und Bau, Stefan Gabi, Ralf Thomas, Reinhard Wölpert; Immothek, Immobilien-Marketing-Service GmbH, Christoph Scheffen

Individueller Städtebau in Kooperation von Selbstnutzern, Architekten und der Stadtverwaltung Leipzig

Die Bürger verbinden ihre Lebensplanung mit der Entwicklung ihrer Stadt und fügen Bausteine hoher Qualität hinzu. Das Leipziger Programm “selbstnutzer.de” bündelt diese Aktivitäten: Schaffung von Wohneigentum in der inneren Stadt!. Quartiere mit problematischer Sozialstruktur werden erfolgreich aufgewertet. Die Erfolgsliste umfasst:

  • 109 Stadthäuser und 20 sanierte Gründerzeithäuser (Stand Mai 2006)
  • hohe Produkt- und Prozessqualität
  • Impulse für die Quartiersentwicklung
  • Kosten inklusive Grundstück von 1.450 €/m2 bei Stadthäusern und 1.200 €/m2 bei

Gründerzeitwohnungen
Der innovative Prozess der Kooperation zwischen Verwaltung, Planern und Architekten
sowie den privaten Bauherren spiegelt den hohen Stand der Stadtbaukultur in Leipzig wider.
Die Stadt unterstützt die Entwicklung auf der Grundlage eines integrierten
Stadtentwicklungskonzeptesg. Mit der Stadterneuerungsstrategie “Neue Gründerzeit” wurde
ein “Instrumentenkoffer” entwickelt und erfolgreich erprobt.[…mehr]

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Sonderpreis Auszeichnung

Grünmetropole - Ein europäisches Pionierprojekt
Autoren: Projektteam mit Prof. Henri Bava (Teamleiter), Eric Behrens, Prof. Albert Wall, Prof. Steven Craig; Auftraggeber: EuRegionale 2008 mit Volmar Delheij, Henk Vos, Prof. Kunibert Wachten und Ajo Hinzen; Projektpartner: Uwe Zink (Aachener Nordraum), Willy Orlandini (Belgisch Limburg) und René Sijben (Niederländisch Limburg)

Die Grünmetropole ist ein europäisches Pionierprojekt für eine weitreichende, trinationale Zusammenarbeit zwischen Belgisch- Limburg, Niederländisch-Limburg und dem Aachener Nordraum. Ziel ist die Neugestaltung eines post-industriellen Ballungsgebietes mit 37 Kommunen und 1,7 Mio. Einwohnern. Im Rahmen der Euregionale2008 werden Planungsverfahren durch die Einbeziehung der Akteure beschleunigt und umgesetzt. Die Grünmetropole ist eine einzigartige Mischung aus Stadtkultur und Natur. Sie baut auf dem gemeinsamen unterirdischen Kohleflöz auf, der die Entwicklung des Gesamtraumes wesentlich mitbestimmt hat und prägt. Stadtkerne, Freiräume und Parks, Zechengelände, Bergbausiedlungen, Tagebaulöcher sollen Aktivitätszentren bilden und durch zwei Routen erlebbar gemacht werden. Die Grünroute bildet dabei die ökologische Hauptstruktur, die Metropolroute die interne Hauptstraße. In einer Charta werden die Ziele definiert und die Planvorhaben der trinationalen Akteure abgestimmt. Generell ist der Umbau von bestehenden urbanen Systemen ein ressourcenintensiver und beachtlicher Prozess. Für den erfolgreichen Wandel bedarf es eines abgestimmten Fahrplans und einer produktiven Zusammenarbeit der Akteure des privaten und öffentlichen Sektors. Die Evolution der Grünmetropole ist nicht mehr das Werk von Spezialisten allein, sondern wird zur gemeinsamen Aufgabe, bei der die einzelnen Kommunen und Akteure ihre eigene Zukunft verhandeln und aktiv mitgestalten.[…mehr]

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