Berlin

Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises

Das Planwerk Innenstadt als Strategie für den Stadtumbau

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Autoren:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verteten durch: Senatsbaudirektor Dr. Hans Stimmann Projektgruppe Planwerk Innenstadt (1996 – 1999):Werner Arndt, Werner Bialluch, Johanna Holtmann, Ursula Renker, Takis Sgouros, Wolfgang Süchting (gest. 2001), Patrick Weiß,Hans-Georg Winthuis - Externe Co-Autoren:Prof. Bernd Albers, Dr. Hoffmann-Axthelm, Prof. Dr. Fritz Neumeyer, Prof. Manfred Ortner

Das Planwerk Innenstadt Berlin als Strategie für den Stadtumbau
Mit dem auf Initiative der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erarbeiteten Planwerk Innenstadt hat Berlin eine Strategie zur Reurbanisierung und Revitalisierung der historischen Innenstadt und der City-West entwickelt. Das Planwerk will die Grenzen der jahrzehntelang geteilten Stadt und Fehlentwicklungen der Nachkriegszeit überwinden. Ziele sind:
• Wiedergewinnung des historischen Zentrums,
• Aktivierung innerstädtischer Entwicklungspotenziale,
• Stärkung der Innenstadt als Wohnort sowie,
• Neuformulierung der Stadtgestalt unter Berücksichtigung
aller gebauten Schichten und heutiger Nutzungsanforderungen.

Das Planwerk Innenstadt nimmt Bezug auf das Leitbild der Europäischen Stadt und das Leitbild der „Kritischen Rekonstruktion“. Die Strategie wird entwickelt in einem “Trialog” zwischen dem historischen Stadtgrundriss, dem heutigen Bestand und einer zukunftsgerichteten städtebaulichen Entwicklung. Nicht die nostalgische Rückkehr zum Verlorenen, sondern spannungsvolle Ergänzung und Aufwertung des Bestandes, orientiert an gegenwärtigen Bedürfnissen, ist das Ziel!
Das bedeutet:
• urbane Innenstadt mit einem Netz attraktiver öffentlicher Räume schaffen,
• Wohnen und Arbeiten, Kultur und Kommunikation stärkenund
• großstädtische Dichte durch qualitätvolle Grün- und Freiflächen
ergänzen.

Die Entstehung des Planwerks Innenstadt
Das Planwerk Innenstadt wurde im Mai 1999 vom Berliner Senat als Leitbild und Planungsvorgabe beschlossen. Diesem
Beschluss ging ein mehrjähriger beispielhafter demokratischer Arbeits- und Diskussionsprozess voraus. Mit der Vorstellung des ersten Entwurfs im November 1996 wurde ein breiter Stadtdialog eingeleitet. Außerdem wurden fachöffentlichen Planungswerkstätten und gutachterliche Untersuchungen zu Schwerpunktbereichen durchgeführt. Arbeit mit dem Planwerk Innenstadt Als Planungsinstrument erfüllt das Planwerk Innenstadt viele

Aufgaben:
Leitlinie für die städtebauliche und landschaftsplanerische Entwicklung, Anreiz für private Investoren, ihre Vorhaben in einen konkreten städtebaulichen Bezug zu stellen, Verwaltungshandeln auf vordringliche Themen zu konzentrieren. Das Planwerk verknüpft das informelle städtebaulichen Regelwerk mit einem fortlaufend fortzuschreibenden Arbeitsmodell, das im Dialog mit Vorhabenträgern und unter Beteiligung der Öffentlichkeit stetig präzisiert und weiter entwickelt wird.
Das Planwerk bildet einen städtebaulichen Rahmenplan im Maßstab 1: 2.000 für ein Stadtgebiet von 36km2, der einzelne
Bauvorhaben einbezieht und großräumige Zusammenhänge des Stadtbildes sichert oder wieder aufnimmt. Die städtebaulichen Entwicklungsziele sind auf einen Horizont von 15-20 Jahren ausgelegt. Die Stärke des Planwerks liegt – obwohl es in Form eines städtebaulichen Entwurfs dargestellt ist – in seiner Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Es gestattet, stadtentwicklungspolitische Zielsetzungen allgemein verständlich zu vermitteln. Die Ziele des Planwerks sind in di Abwägung von Bebauungsplänen einzustellen und werden bei der Umsetzung von Bauvorhaben im Wesentlichen beachtet.

Umsetzung des Planwerks
Das Planwerk soll so umgesetzt werden, dass es sich wirtschaftlich weitgehend selbst trägt. Hierzu gehört insbesondere, überdimensionierte Verkehrsflächen zu entwidmen, zu veräußern und zu bebauen sowie die Grundstücke im öffentlichen
Eigentum für selbstnutzende Bauherren und Bauherrengemeinschaften zu aktivieren. Zum Zeitpunkt des ursprünglichen Beschlusses umfasste das Planwerk ein Bau- und Verdichtungspotenzial von ca. 1,7 Mio. m2 Grundstücksfläche auf überwiegend öffentlichen Flächen. Es bot Raum für insgesamt ca. 4,5 Mio. m2 Bruttogeschossfläche. Von diesem Potenzial wurden von 1996 bis 2006 ca. 600.000 m2 Grundstücksfläche mit ca. 1,8 Mio.m2 Bruttogeschossfläche bebaut. Auf rund 400.000 m2 Geschossfläche wurden mehr als 4000 Wohnungen fertig gestellt. Dies entspricht dem gesamten Bauumfang der Hafencity Hamburg.

Ausblick
Die Bedeutung des Planwerks Innenstadt besteht unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen Berlins auch zukünftig in der Weiterentwicklung öffentlicher Räume durch Maßnahmen zur Stadtreparatur, die nach Möglichkeit durch
öffentlich-private Partnerschaften getragen werden. So können auch unter fiskalisch angespannten Bedingungen die erforderlichen privaten Schlüsselinvestitionen initiiert werden.

Ausstellungstafel Berlin

Dieser Beitrag ist vom 04.12.2006 , 11:26:34

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