Scharnhauser Park

Städtebaupreis 2006

Scharnhauser Park

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Autoren: Janson + Wolfrum, Architektur und Stadtplanung, Stuttgart, Prof. Alban Janson und Prof. Sophie Wolfrum mit Frank Roser, Heike Mezger, Claus Walker und Dietmar Meck, Stadtverwaltung Ostfildern, Jürgen Fahrlaender und Karl Joseph Jansen

Der Scharnhauser Park war im 18. Jahrhundert ein durch Herzog Carl Eugen angelegter englischer Garten, späterGestüt der Könige von Württemberg. Nach Aufgabe des Gestüts wurde das 150 ha große Gelände militärisch als Luftwaffenbasis und nach dem Krieg durch die amerikanischen Streitkräfte genutzt.Seit 1992 entwickelt die Stadt Ostfildern hier einen Wohnungsbauschwerpunkt im Kern der Region Stuttgart. Die Region Stuttgart ist polyzentrisch strukturiert. Ostfildern besteht wiederum aus vier ehemaligen Dörfern. Zu diesen gesellt sich mit dem Scharnhauser Park ein fünfter Ort vergleichbarer Größenordnung mit 3500 Wohnungen, rund 2500 Arbeitsplätzen, allen notwendigen sozialen Einrichtungen und einigen Funktionen für die Gesamtstadt. Es entsteht ein kompletter multifunktionaler und gemischter Stadtteil. Auf Basis dieser Stadterweiterung wurde Ostfildern mittlerweile an das Stadtbahnnetz von Stuttgart angeschlossen.

Der Städtebau reagiert auf die landschaftliche Situation des Ortes auf den Fildern. Atmosphäre und Besonderheit der Landschaft werden in den neuen Stadtteil integriert, der gleichwohl einen dichten und städtischen Charakter aufweist. Als kompakter Körper kontrastiert er zur Weite der Landschaft, die internen Freiräume halten diese auch im Inneren präsent. Die „Landschaftstreppe“ durchzieht den Scharnhauser Park von Norden nach Süden, verbindet wie mit einem Reißverschluss die einzelnen unterschiedlichen Quartiere, zelebriert die schöne Fernsicht und betont den Südhang durch ihre Folge von Terrassen. Für die Regenwasser-Retention spielt sie zusätzlich eine zentrale Rolle im ökologischen Konzept des Stadtteils. Prinzipiell wurden stadtökologische Themen umfassend gestalterisch in die Freiflächenplanung integriert. Die gesamte Freiflächenkonzeption wurde im Zuge einer Landesgartenschau frühzeitig realisiert.

Das städtebauliche Konzept konzentriert sich auf die Bildung von öffentlichen Räumen, die für das soziale Leben einer Stadt entscheidend sind. Außer der Landschaftstreppe gehört dazu vor allem die zentrale Promenade, an der einige der wichtigsten öffentlichen Gebäude aufgereiht sind. Von einer Plattform an ihrem östlichen Ende geht der Blick in die freie Landschaft, gerahmt vom gezielt platzierten Bogen der Stadtbahnbrücke.

Unter den öffentlichen Räumen wurden neben den Straßen, Plätzen und Freiräumen auch die Stadtbahnhaltestellen in das gestalterische Konzept einbezogen; außerdem die öffentlichen Gebäude, für die es eine Reihe von Wettbewerben gab. So entsteht ein Gerüst von herausgehobenen Orten, die den Scharnhauser Park charakteristisch machen,
während im Gewerbe- und Wohnungsbau die städtebauliche Rolle der architektonischen Einzelobjekte hinter ihre Aufgabe
als Masse, Textur und Gewebe der Stadt zurücktritt. Deren Qualität soll über einen Gestaltungsbeirat und diskursive
Planverfahren gesichert werden. Die verschiedenen Quartiere bekommen jeweils ihre eigene Charakteristik. Unterschiedliche Dichten und Bauformen, verschieden ausgeprägte Bezüge zu den öffentlichen Räumen unterstützen die Bildung von Nachbarschaften.

Ausstellungstafel Scharnhauser Park

Dieser Beitrag ist vom 04.12.2006 , 11:13:01

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